Symbolbild MAO-Hemmer Tranylcypromin
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Tranylcypromin gegen Depressionen

Tranylcypromin wird zur Behandlung von Depressionen bei Menschen eingesetzt, denen andere Medikamente nicht geholfen haben. Es gehört zu einer Klasse von Medikamenten, die als MAO-Hemmer bezeichnet werden. Der Wirkstoff erhöht im Gehirn die Menge bestimmter Substanzen, die für das psychische Gleichgewicht erforderlich sind.

Wirkung und Anwendung

Tranylcypromin wird in Tablettenform angeboten. In Deutschland ist es vor allem unter dem Namen „Jatrosom“ im Handel. Es wird in der Regel zweimal am Tag eingenommen, jeden Tag etwa zu den gleichen Zeiten. Dabei ist es wichtig, den Anweisungen des Arztes genau Folge zu leisten, vor allem im Hinblick auf die Dosis und auf die Häufigkeit der Einnahme. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, beginnt die Behandlung meist mit einer niedrigen Dosierung, die dann Schritt für Schritt erhöht wird.

Tranylcypromin lindert zwar die Symptome der Depression, heilt sie aber nicht. Es dauert drei Wochen oder länger, bis die volle Wirkung einsetzt. An Anfang können sich bestimmte Symptome sogar verstärken. Trotzdem sollte man die Einnahme keinesfalls auf eigene Faust beenden. Zum Absetzen wird eine schrittweise Reduzierung der Dosis empfohlen.

Wechselwirkungen

MAO-Hemmer sind dafür bekannt, dass sie mit vielen anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln interagieren. Tranylcypromin stellt hier keine Ausnahme dar. Probleme verursachen vor allem andere MAO-Hemmer und Antidepressiva. Zu nennen sind außerdem Amphetamine, Koffein, Dexfenfluramin, Dextromethorphan, Diuretika, Levodopa, Antihistaminika, Blutdrucksenker, Parkinson-Medikamente, Schmerz- und Beruhigungsmittel, Meperidin und alkoholhaltige Medikamente. Dabei handelt es sich jedoch nur um wenige Beispiele; eine vollständige Liste würde den Rahmen dieses kurzen Beitrags sprengen.

Tranylcypromin und Ernährung

Es kann zu einer schweren Reaktion kommen, wenn man während der Behandlung mit Tranylcypromin Lebensmittel isst, die viel Tyramin enthalten. Tyramin ist in vielen Produkten zu finden, darunter Fleisch, Geflügel, Fisch, Käse, Obst, Gemüse, Bohnen, Kaffee, Tee, alkoholische Getränke und fermentierte Hefeprodukte. Der Arzt oder Diätassistent wird dem Patient darüber in Kenntnis setzen, welche Lebensmittel komplett zu meiden sind und welche in kleinen Mengen genossen werden dürfen.  

Nebenwirkungen

Bei manchen Menschen treten vor allem zu Beginn der Behandlung unangenehme Nebenwirkungen verstärkt auf. Dazu zählen unter anderem: Schläfrigkeit, Schwäche, trockener Mund, Appetitlosigkeit, Durchfall, Verstopfung, Magenschmerzen, verschwommene Sicht, Schüttelfrost, Muskelanspannung oder Zuckungen, Zittern eines Körperteils, Taubheit, Brennen oder Kribbeln in Armen oder Beinen, Probleme beim Urinieren, verringerte Libido, Haarausfall und Ausschlag. Wenn diese Symptome übermäßig belastend sind und sich nicht von selbst bessern, ist der Arzt zu informieren.

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Wenn eines der folgenden Symptome auftritt ist sofort ein Arzt zu holen: Kopfschmerzen, langsamer, schneller oder pochender Herzschlag, Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, Einengung des Halses, Brechreiz, Schwitzen, Fieber, kalte oder feuchte Haut, Schwindel, Halssteifigkeit oder -schmerzen, Lichtempfindlichkeit, erweiterte Pupillen, anschwellen von Armen, Händen, Füßen, Knöcheln oder Unterschenkeln, ungewöhnliche Blutungen oder Blutergüsse, Schmerzen im oberen rechten Teil des Magens, Gelbfärbung der Haut oder Augen.

Kinder und Jugendliche

Eine kleine Zahl von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 24 Jahren), die Tranylcypromin einnehmen, werden suizidgefährdet. Sie sind möglicherweise stärker gefährdet als jene, die keine Antidepressiva erhalten. Personen unter 18 Jahren sollten in der Regel kein Tranylcypromin einnehmen. In manchen Fällen kann jedoch ein Arzt entscheiden, dass der Nutzen die Risiken überwiegt.

Erhältlichkeit von Tranylcypromin

Wie alle MAO-Hemmer ist auch dieser Wirkstoff nur auf Rezept erhältlich. In der Regel werden Tabletten mit einem Wirkstoffgehalt von 10 mg bis 40 mg angeboten. Am bekanntesten ist wohl „Jatrosom“ von Aristo, es gibt aber auch eine Reihe von Generika. Einige Online-Plattformen bieten auch MAO-Hemmer rezeptfrei an, Ärzte und andere Experten raten jedoch davon ab.

 

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